Marienbrunnen 
Der Marienbrunnen am Stadtplatz von Eggenfelden verbindet Sakrales mit Weltlichem.
1990
Eggenfelden
Bronze / Stein
Der Marienbrunnen am Stadtplatz von Eggenfelden in Niederbayern ist ein besonderer Brunnen, in dem Sakrales und Satirisches bildlich zusammengeführt wird. In Augenhöhe des Betrachters spucken Wasserspeier in drei Richtungen. Die Gesichter zeigen die unangenehmsten und weit verbreitetsten Untugenden, Doppelgesichtigkeit, den Rufmord und die Geldgier als Spiegel der Gesellschaft. Drei gehäuseartige Aufbauten als Mittelteil zeigen in Schrift und Bild die Stadt, die Kirchengeschichte und die Landkreisgeschichte der drei Städte Eggenfelden, Pfarrkirchen und Simbach am Inn. Inmitten quellt das Wasser und läuft über Stufen und drei Becken in den Steintrog. Auf der hohen Brunnensäule steht die Marienfigur, die von der bayerischen Madonna, der Patrona Bavariae, inspiriert ist. Bei genauem Hinsehen findet man in der Marienfigur und im Brunnengehäuse viele Details, u.a. Zeitnarben, die auf politische Ereignisse während der Entstehungszeit (z.b. Golfkrieg) und auf aktuelle gesellschaftliche Probleme (wie Aids und Drogen) hinweisen. Auf den Giebeln der Gehäuse sind die Patronatsfiguren der Kirchen zu sehen, St. Nikolaus, St. Christophorus und St. Stephanus. Das bronzene Oberteil steht auf einem sechseckigen Brunnenbecken aus gelblichem Granit, herausgearbeitet aus einem 55 Tonnen schweren Stück Urgestein. Das Brunnenwasser ist Eggenfeldener Quellwasser, das bei der Stadtpfarrkirche am oberen Stadtplatz entspringt, unter dem Stadtplatz durchgeleitet wird und im Brunnen wieder sichtbar wird.
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JMN

Marienbrunnen